Puhonny in Sasbachwalden

Kunstpreisträger aus Baden-Baden in Sasbachwalden präsentiert.

Mit 100 Gemälden wird die vierte und bisher umfangreichste Ausstellung des Künstlers „Victor Puhonny“ aus Baden-Baden im Kurhaus Sasbachwalden gezeigt.

Die Öffnungszeiten dieser Ausstellung sind mittwochs und freitags von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr. Nähere Informationen gibt die Kurverwaltung Sasbachwalden unter der Telefonnummer: 07841 / 1035.

Viele unbekannte Werke, aus der Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, mit Motiven aus Baden-Baden und seiner Umgebung, von Lauf quer durch den Schwarzwald bis hin nach Gutach, die noch nicht im Werkverzeichnis aufgenommen wurden, konnten von den Kuratoren Willy Scheurer und Joachim O. Engert aus privaten Sammlungen zusammengetragen werden. Nun zeigt der Kunstverein Conrad Kayser Sasbachwalden e.V. vom 23.10. bis 8.11.2020 in Zusammenarbeit mit den beiden Kunstkennern eine Werkschau, die sich sehen lassen kann. Im Kurhaus Sasbachwalden findet am 23.10.2020 um 18.00 Uhr die Vernissage statt. Die Ausstellung wird eingeführt durch Joachim O. Engert, der auch der Autor und Herausgeber der Biographie und des Werkverzeichnisses ist. Der Kunstmaler Victor Puhonny, der auch eng mit dem Malerkollegen Wilhelm Hasemann (1850 – 1913) befreundet war, verband mit dieser Beziehung die damalige Gutacher Künstlerkolonie mit den Baden-Badener Kollegen. Viele bekannte Namen wie Vitus Staudacher(1850 – 1925), Friedrich Kallmorgen (1856 – 1924), Curt Liebich (1868 – 1937), Johann Baptist Heinefetter (1815 – 1902) und Gustav Schönleber (1851 – 1917) stellten ihre Gemälde auch in den regelmäßig stattfindenden Ausstellungen im Kunstsalon Baden-Baden aus.

Victor (Thadeus Leo) Puhonny wird am 28. März 1838 in Prag geboren. Nach dem Besuch in der Grundschule und seiner militärischen Ausbildung in der Militärakademie der Wiener Neustadt kam er als Soldat in die Feste nach Rastatt und von dort aus auch nach Baden-Baden. Dort verliebte sich der junge Mann, heiratete am 17. Oktober 1864 in der Stiftskirche zu Baden-Baden und blieb seiner Wahlheimat fortan treu.

Nach mehreren Einsätzen in den damaligen Kriegen gründete er eine große Familie mit vier  Kindern. Doch eine schreckliche Scharlach-Epidemie, die damals noch unerforscht war, nahm ihm seine Frau und nacheinander alle Kinder. Nach dem Tod seiner Familie versank Victor Puhonny völlig in die Welt der Malerei, um seinen tiefen Schmerz zu lindern.

Nach mehreren Jahren intensiver Kunsthingabe heiratete er die Tochter seines älteren Malerfreundes, des badischen Hofmalers Georg Saal (Koblenz 1817 – 1870 Baden-Baden), der ihm ein guter Lehrmeister war. Aus dieser Ehe entstammt am 19. Juli 1876 der Sohn Ivo Puhonny, der später einer der bekanntesten Werbegrafiker im Land wurde.

Victor Puhonny entwickelte sich mit den folgenden Jahren zu einem Künstler von großer Bedeutung für die Stadt Baden-Baden und ihrer weiteren Umgebung. Die Akzeptanz bei den Malern mit akademischer Ausbildung und hohen Auszeichnungen war ungebrochen. Puhonny steht heute im Rampenlicht großer Sammlungen der Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Seine Werke verteilen sich weltweit in privaten Sammlungen und in vielen Museen Europas. Seine teils tragische Lebensgeschichte ist im Biographie- und Werkverzeichnis genauer besprochen. Dieses Buch wird bei der Ausstellung zu einem extra reduzierten Sonderpreis angeboten. Die Stadt Baden-Baden kürte ihn postum im Jahr 2009 zu seinem 100sten Todestag mit dem Künstlerpreis.

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